DevOps Grundlagen Teil 1: Das richtige Mindset

Von Florian Zierer , 17.09.2018, 12:03
DevOps Mindset

DevOps gilt als zukunftsträchtiger Prozessverbesserungsansatz zwischen Entwicklung und Betrieb von Software: In der IT erfolgt eine Transformation hin zum „digitalen Fließband“. Dieser Ansatz bringt sowohl für Entwickler, Betreiber, als auch Auftraggeber einer Software große Vorteile. Automatisierte Prozesse helfen dabei, den Code von der Idee bis zum Endprodukt durchzureichen. Daraus resultiert ein besserer Durchlauf der initialen Software-Idee zum anwendbaren Produkt.

Unter anderem können die folgenden drei Geschäftsziele mit DevOps erreicht werden: Erstens wird die Robustheit der Software durch ein starkes Bewusstsein der Entwickler für den Verlauf der Wertschöpfungskette und ihren Einflussfaktoren ganz von selbst verstärkt. Zweitens sorgen klar strukturierte Abläufe und ein Bewusstsein über diese beim „Fließband“ der agilen Softwareentwicklung für ein schnelles Umsetzen der fachlichen Anforderung – und damit eine schnellere Time to Market. Drittens gewährleistet der DevOps-Ansatz die Nachhaltigkeit eines Softwareprodukts, indem er zukünftigen Entwickler-Teams das Verständnis und die Wiederaufnahme von Arbeiten an diesem Code erleichtert.

Ein sehr wichtiger Faktor, um DevOps erfolgreich in die Praxis umzusetzen, ist das entsprechende Mindset. Probleme, die auf einer geringen Abstimmung zwischen Entwicklung und Operations beruhen, werden deutlich seltener, wenn ein eingespieltes Team mit entsprechend hoher DevOps-Erfahrung beteiligt ist. DevOps ist gewissermaßen eine Anleitung dafür, wie ein Team einen solchen Grad an Abstimmung erreichen kann. Teammitglieder, die von Wissensaustausch getrieben sind, bringen den DevOps-Gedanken voran. Das heißt, sie sind nicht nur bestrebt, ständig Neues zu lernen und ihr Arbeitsumfeld bewusst wahrzunehmen. Sie teilen dieses Wissen auch mit ihren Mitmenschen. Der DevOps-Erfolg zeigt sich darin, dass ein Team sich gerne stetig verbessert und über sein Arbeiten reflektiert.

Dies setzt einen täglichen Kontakt mit der Denkweise der Systeme voraus: Zwischen den beiden organisatorischen Einheiten muss eine Öffnung stattfinden und  Kooperationsbereitschaft vorhanden sein, damit überhaupt der erste Schritt von Dev nach Ops passieren kann. Einerseits muss sich Ops in Richtung Dev bewegen und andererseits muss das Management diese Bestrebungen unterstützen. Die Bereitschaft der Abteilung Operations, dass sie Ressourcen und eine Bühne zum kooperativen Austausch bietet, ist grundlegend, damit die Entwicklungsabteilung einen Überblick zum Thema Ops bekommt.

Beim täglichen Geschäft ist es außerdem wichtig, dass Entwickler auf direktem Weg den Kontakt zu Personen im Betrieb finden können. Zudem muss es einfach und klar sein, sich in der Serverlandschaft per Login oder Frontend-Tools zu bewegen. Neben der Schaffung einer übersichtlichen technischen Basis muss der Betrieb auch bereit sein, die Rolle eines Lotsen zu übernehmen und damit einem breiten Publikum für Supportanfragen bereitzustehen. Dem entgegenkommend müssen Entwickler fähig sein, Einblicke in Schnittstellen und Konfigurationen ihres Softwareprodukts zu geben. All dies kann nur dann funktionieren, wenn das Management den Wandel der Verantwortungen sowie das Ineinandergreifen der zwei klassisch getrennten Abteilungen Entwicklung und Betrieb bevollmächtigt. Das Aufeinandertreffen zweier unterschiedlicher Fachbereiche ist damit nicht zuletzt auch eine Frage von Führung und Unternehmenskultur.

Der nächste Teil dieser DevOps-Artikelserie zeigt, welches Qualifikationsprofil die Mitarbeiter und Teams benötigen, um DevOps zum Erfolg zu machen.

 

Neuen Kommentar schreiben

Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten zur Beantwortung meiner Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden.