Die agile Transition erfolgreich meistern, Teil 1: Team, Technologie, Zeitfaktor

Von Lothar Grünz , 24.08.2018, 10:33
Agile Transition

Unternehmen leben heute in einer VUCA-Welt: Volatility, Uncertainty, Complexity and Ambiguity bestimmen das Geschehen. Ein probates Mittel, um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist die agile Herangehensweise. Diese ist jedoch nicht ohne Stolpersteine. Vor allem große Unternehmen haben ihre Methoden und Prozesse sowie ihre Organisation an der „alten“ Wasserfallvorgehensweise ausgerichtet und setzen überwiegend monolithische Applikationen ein. Gerade sie tun sich nun mit einer Umstellung schwer.

Deshalb muss eine Strategie zu mehr Agilität zahlreiche Folgen der Umstellung berücksichtigen. Die agile Transition setzt unter anderem an den folgenden sechs Punkten an, die im Folgenden näher beschrieben werden:

  • Zusammensetzung des Teams
  • Technische Voraussetzungen
  • Der Faktor Zeit
  • Produkt- anstelle von Projektmanagement
  • Abschaffung monolithischer Strukturen
  • Änderung der Organisationsstruktur

 

Zusammensetzung des Teams

Im Wasserfall-Modell wurde noch phasen-orientiert gearbeitet, das heißt mit unterschiedlichen Beteiligten und Know-how-Schwerpunkten je nach Entwicklungsabschnitt. Dagegen erfordert die agile Softwareentwicklung die durchgängige Beteiligung aller Skills. Dies muss bei der Zusammensetzung der Teams unbedingt beachtet werden. Um das volle Potenzial agiler Methoden auszuschöpfen, sollte das gesamte Team – inklusive des Product Owners – über das gesamte Projekt hinweg zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Wandel im Mindset durchlaufen.

Agile Transition

 

Technische Voraussetzungen

Agiles Arbeiten erfordert neue Technologien. Zum Beispiel ist es erforderlich, wiederkehrende Tätigkeiten wie Tests zu automatisieren. Denn nicht selten macht die Testphase – inklusive der Fehlerbehebung – bis zu 30% des Gesamtaufwands aus. Manuelle Tests sind bei einer agilen Softwareentwicklung daher allein schon aus zeitlichen Gründen kaum zu realisieren. Automatisierung für Continuous Integration und Continuous Delivery, welche die Schritte Build, Deployment und Test beinhalten, sind dafür eine große Hilfe. Vor allem in der Transitionsphase bestehen häufig noch viele Schnittstellen zwischen Applikationen. Diese werden meist erst im Zuge der Überführung von Projekten in Produkte aufgelöst.

Der Faktor Zeit

In der agilen Softwareentwicklung gibt es, anders als im Wasserfall-Modell, keine methodische Blaupause. Sowohl SCRUM als auch Kanban begnügen sich mit sehr einfachen Regeln beziehungsweise Praktiken wie eine Sprintlänge von zwei bis vier Wochen oder eine Limitierung der in Arbeit befindlichen Aufgaben. Dies kann eine große Herausforderung gerade für Organisationen sein, in denen Teile der IT noch klassisch arbeiten. Während der Transitionsphase kann es zu einer „IT der zwei Geschwindigkeiten“ kommen, wenn Teile der IT bereits auf Agilität umgestellt werden, andere noch nicht. Hier bedarf es besonderer Führungskompetenz, damit sich Mitarbeiter, die weiterhin mit Wasserfall-Methoden arbeiten, sich nicht „abgehängt“ fühlen bzw. demotiviert werden.

Lesen Sie im nächsten Teil der Artikelserie, welche Rolle Produktmanagement, monolithische Strukturen und die Organisationsstruktur des Unternehmens bei der agilen Transition spielen.

 

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