Digitalisierung heißt Change Management

Von Markus Pounder , 06.11.2018, 17:15
Change Management

Wie Unternehmen den IT-getriebenen Wandel erfolgreich meistern

 

"In times of change the greatest danger is to act with yesterday's logic"Dieses zeitlose Zitat stammt von Peter Drucker, dem Begründer der modernen Managementtheorie und beschreibt treffend die Situation, in der sich Unternehmen heute angesichts der Digitalisierung wiederfinden. Diese ist weit mehr als nur reine IT. Fast alle Branchen sehen sich durch Digitalisierung einem fundamentalen Wandel in Bezug auf die Kundenanforderungen, den Wettbewerb und ihre Geschäftsmodelle ausgesetzt. Die „Logik von gestern“ muss folgerichtig an die Bedigungen von heute angepasst werden.

 

Der digitale Wandel betrifft das gesamte Unternehmen

 

Während sich Start-ups von der Pike auf einer digital und zumeist auch agil geprägten Unternehmenskultur verschreiben, müssen etablierte Unternehmen ihre gewachsenen Strukturen, Regeln und Prozesse mit den neuen Anforderungen in Einklang bringen. Zwischen Maximalpositionen wie „Früher war alles besser!“ und „Das Alte muss weg!“ steht das Management vor der komplexen Herausforderung, den Wandel in den richtigen Abstufungen einzuleiten.

In den mittleren und oberen Firmenetagen braucht es deshalb einen strukturierten Fahrplan sowie ein klares Bekenntnis für den digitalen Wandel. Ein dezidierter Change-Mangement-Ansatz stellt eine geeignete Basis dar, um diesen im gesamten Unternehmen zu verankern. Fundierte Digitalisierungsstrategien gehen nämlich über die Schaffung neuer Abteilungen und Positionen – zum Beispiel eines „Head of Digital“ – weit hinaus. Der Wandel betrifft nämlich nicht nur fachliche Aspekte, sondern auch geschäftliche und hat Auswirkungen auf die tägliche Arbeitswelt aller Mitarbeiter.

 

Der Aspekt Agilität ist von strategischer Bedeutung

 

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus den letzten Jahren lautet: Die digitale Transformation beinhaltet in gleichem Maße auch eine agile Transformation. Da das sogenannte Wasserfallmodell im IT-Projektmanagement so gut wie ausgedient hat, ergibt sich auch für Fachabteilungen außerhalb der IT die Notwendigkeit, sich an den Prozessfluss agiler Methoden anzupassen. Dies beinhaltet beispielsweise die Abkehr von gewohnten KPIs – denn schließlich lässt sich das Endergebnis eines agilen Projekts noch nicht detailliert vorhersagen.

Hierdurch wächst die Anpassungsfähigkeit an rasche Veränderungen im geschäftlichen und technologischen Umfeld, ebenso jedoch auch die (anfängliche) Unsicherheit. Wohin der digitale Wandel einzelne Branchen und Unternehmen führt, ist heute noch nicht absehbar. Dennoch ist Change Management kein Fahren auf Sicht. Vielmehr gilt es auch für das Management, sich ein agiles Mindset zu eigen zu machen. Damit ändert sich nicht zuletzt die Rolle der Führungskräfte und sogar der Unternehmensleitung. Sie treten nach wie vor als Weisungsbefugte auf, aber auch verstärkt als Enabler und Kommunikatoren auf Augenhöhe, die den digital-agilen Wandel selbst vorleben.

 

„Managed Evolution“ leitet den Change-Prozess in geordnete Bahnen

 

Eine wichtige Frage, die sich in jedem Change-Prozess stellt: In welchem Maß soll der Wandel „Top-Down“ oder „Bottom-Up“ angestoßen werden? Der Ansatz der Managed Evolution kann zwischen den beiden Polen vermitteln. Diesem zielgerichteten Verfahren des Change Mangements liegt die folgende Philosophie zugrunde: Der Ansatz der Weiterentwicklung ist dem der Neuentwicklung vorzuziehen. Dies gilt insbesondere für große und über einen längeren Zeitraum gewachsene Systeme. Bei diesen gilt es, agilitätshemmende Strukturen nach und nach abzubauen.

In den Prozess sind sowohl die oberen Hierarchieebenen als auch die Mitarbeiter involviert. Maßgebliches für die Managed Evolution sind kontinuerliches Feedback und darauf basierende Anpassungen. Dieses Vorgehen stellt sicher, dass der Wandel im Unternehmen kontinuierlich voranschreitet und gleichzeitig nur so tiefgreifend verläuft wie aus Business-Sicht notwendig. Managed Evolution stellt in diesem Sinne kein abschließbares Projekt dar, sondern ist ein fortdauernder Prozess. Denn morgen ist heute bereits gestern – und die hergebrachte Herangehensweise womöglich schon wieder überholt.

Neuen Kommentar schreiben

Ich habe die Datenschutzhinweise zur Kenntnis genommen. Ich stimme zu, dass meine Angaben und Daten zur Beantwortung meiner Anfrage elektronisch erhoben und gespeichert werden.