UX Design in agilen Softwareprojekten

Von PENTASYS Competence Team , 10.01.2019, 17:11
UX Design

Mit der Einführung grafischer Benutzeroberflächen erhöhte sich in der Software-Entwicklung die Notwendigkeit Nutzerbedürfnisse zu verstehen sowie die Produkt- und Interaktionsentwicklung auf diese auszurichten. Seit einiger Zeit fluktuieren Begriffe wie Usability, User Experience (UX), User-Centered Design (UCD) sowie Design Thinking – alle stehen für eine strukturierte Herangehensweise bei der Entwicklung von digitalen Produkten, die Nutzer und ihre Bedürfnisse in den Fokus setzen. Durch das nachhaltig gesteigerte Nutzererlebnis wird ein echter Mehrwert mit hoher geschäftlicher Relevanz geschaffen. Die Einführung von Smartphones und Tablet-PCs verschärfte diese Anforderung – die kleineren Displays bieten weniger Platz, wodurch eine durchdachte Gestaltung und Anordnung aller Display- und Interaktionselemente um so mehr notwendig wurde.

 

Design und Software iterativ entwickeln

Die Entwicklung einer an Nutzerbedürfnissen orientierten Oberfläche stellt einen fortschreitenden Prozess dar, welcher zudem von Außen beeinflusst wird. Über Branchen und Technologien hinweg gewöhnen sich Anwender rasch an aktuelle Standards für Usability und verschieben damit fortwährend die Akzeptanzgrenze. Ausgelöst werden diese Nutzererwartungen durch Vorreiter einfacher Usability, zu beobachten ist dies bspw. bei Bankingapps und digitale wie physische Bedienelemente im Automobil. Zwar unterscheiden sich die Aufgaben eines UX Designers gegenüber denen eines Frontend-Developers auf fachlicher Ebene, dennoch verfolgen beide ein gemeinsames Ziel: nämlich den Nutzern ein positives Erlebnis zu bieten.

Die Entwicklung sollte immer mit strategischem User Research beginnen, um ein Verständnis für die Zielgruppe des zu entwickelnden Produkts zu bekommen. Die Ergebnisse und gewonnenen User Insights werden genutzt, um bspw. Personas, eine User Journey oder Experience Map zu erstellen. Auf Basis dieser Erkenntnisse und Vorüberlegungen wird ein erstes UX Konzept ausgearbeitet und anhand von Prototypen oder Mock-Ups visualisiert.

In Feedback-Schleifen mit Testnutzern wird das entworfene UX Konzept verifiziert und immer weiter verfeinert. Am Ende dieses iterativen Prozesses entsteht aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Lösungen diejenige, welche das beste Anwendererlebnis für die Zielgruppe bietet.

 

Design und Software aufeinander abstimmen

Der Vorteil eines agilen Vorgehens ist die verkürzte „Time to Market“ – also die Zeitspanne, in der ein Softwareprodukt erfolgreich seine Marktreife erlangt. Im Kontext einer „Minimum Viable Product“-Strategie (MVP) fällt häufig ein zweiter Begriff „Time to Value“. Dieser stellt den Anwendernutzen in den Fokus und bezieht sich auf die Entwicklungszeit bis zum ersten Mehrwert des Produkts für Nutzer. Dieses iterative Vorgehen unterstützt den UX Designprozess, weil kleinschrittigere Auslieferungen ein schnelles Feedback von realen Kunden ermöglichen, welches wiederum als Ausgangspunkt für die Verbesserung der Usability dient. Agiles und iteratives Vorgehen im UX Design sind je nach Art und Ausgangspunkt in alle Projekte integrierbar.

Ein agiles Entwicklungsumfeld bringt allerdings die Herausforderung, die Prozesse des UX Design und der Software-Entwicklung aufeinander abzustimmen. Das ideale Team besteht deshalb aus Requirements Engineers, UX Designern, Entwicklern sowie Testern. Diese interdisziplinäre Ausrichtung wirkt sich positiv auf die Effizienz eines Projektes aus – bspw. wird die Frage nach der technischen Implementierung hierdurch bereits im Design-Prozess frühzeitig mitbetrachtet. Insbesondere bei größeren Organisationen mit mehreren Teams ist ein weiterer Ansatz erfolgversprechend: In der Vorhabens- und Initialisierungsphase kommen Vertreter des UX- und des Software-Teams zusammen, um ein gemeinsames Verständnis für das Projekt auszuarbeiten. Eine Basis für das weitere Vorgehen können bspw. User Stories sein, welche im Rahmen eines Workshops geschrieben werden. Die Entwicklung folgt damit stets dem Nutzen aus Sicht der Anwendenden. Durch einen regen Austausch wird ein gemeinsames Verständnis sichergestellt, auch wenn die Teams ansonsten weitgehend unabhängig voneinander arbeiten.

Wird der UX Designprozess innerhalb eines Projektes konsequent verfolgt, ermöglicht er durch iterative Verfeinerungen ein Produkt besser auf Nutzerbedürfnisse auszurichten. Somit schafft die Einbindung und enge Verzahnung mit dem ohnehin ablaufenden Software-Entwicklungsprozess einen Mehrwert für Nutzer, welcher über die eigentliche Funktionalität hinausgeht. Angebotene Funktionen sind gezielter auf die Nutzer zugeschnitten und für diese außerdem intuitiver begreifbar. Dies steigert das Produkterlebnis als Ganzes und führt zu einer häufigeren sowie intensiveren Nutzung.

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